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Neues Kapitel: Elternzeit

Jetzt ist es doch noch passiert: wer mir hier schon länger folgt weiß, wie groß und tief der Kinderwunsch in mir verankert ist. Nun hat es doch noch geklappt und wir werden im September aller Voraussicht nach Eltern eines Sohnes. Der Weg dorthin war lang und herausfordernd. Umso mehr Wunder findet hier gerade statt, was sich manchmal immer noch nicht real anfühlt. Aber in wenigen Tagen werden wir es wissen, wie es ist im neuen Leben.

Daher gibt es beruflich nun eine Pause. Es fällt mit aktuell noch schwer zu sagen, wie lang genau. Als Selbständige werde ich die Elternzeit auch unterbrechen, so der Plan, z.B. zum Ende des Jahres. Insbesondere Supervision werde ich weiterhin anbieten. Vielleicht auch einen Aufstellungsworkshop im Dezember…. Es fällt mir noch schwer ganz Abstand zu nehmen von meiner Arbeit, die mir so viel Freude bereitet. Das liegt sicherlich daran, dass der Kleine noch nicht da ist und ich gerade noch Kapazitäten habe.

Wir hören uns auf der „anderen Seite“ . Ich werde versuchen hier über meine Angebote und Verfügbarkeit zu informieren. Ich möchte mich bei allen Klient*innen, Kund*innen und Supervisand*innen bedanken, die ich bisher begleiten durfte. Ich bin bald wieder da und freue mich auf neue und bekannte Gesichter.

Alles Liebe – ich bin dann mal weg!

Annika Wiegold

Mitautorin des Buches „Systemische Supervision in Lehre und Praxis“von Peter Ebel, Julia Strecker & Heiko Kleve (Hrsg), erschienen im Carl-Auer Verlag

Heute wurde mir vom Verlag das Buch zugeschickt, in dem auch ich ein Kapitel geschrieben habe, angeregt von meinem damaligen Lehrsupervisor Peter Ebel vor ca. 2-3 Jahren am M7 Institut für Paartherapie, Supervision und Coaching in Berlin.

Hier beschreibe ich die Verbindungen, die Unterschiede und die Ressourcensynergien von Multifamilientherapie und Systemischer Teamsupervision. Seit ich mich selbstständig gemacht habe, arbeite ich zwar als Supervisorin, jedoch leider (noch) nicht als Multifamilientherapeutin. Dies hat mir während meiner Berufszeit in der Kindertagesklinik für Psychosomatik immer besonders viel Freude bereitet. Seit der Coronapandemie war es dann leider nicht mehr möglich mit solch großen Gruppen zu arbeiten und in meiner Selbstständigkeit hat sich noch keine Möglichkeit ergeben bzw. ich habe noch kein Angebot dazu kreiert.

An der Multifamilientherapie liebe ich besonders das bunte, vielschichtige Geschehen in der Gruppe mit mehreren Familien, die sich kennenlernen, bestenfalls ein Gemeinsamkeitsgefühl miteinander entwickeln und voneinander profitieren, indem sie sich zuhören und gegenseitig beraten. Wenn dies gelang zu initiieren und zu ermöglichen bzw. einfach den Raum dazu zu eröffnen, dann hat dies meist alle erfüllt, sowohl die Familien als auch uns Therapeuten.

Ähnliche Prozesse können auch in Teamsupervisionen stattfinden, vor allem, wenn die Gruppe größer ist. Einige Methoden der MFT sind meiner Meinung nach auch in der Teamsupervision gut anwendbar und erlauben damit auch ein gutes, leichtes und trotzdem tiefgehendes supervisorisches Arbeiten.

Das Lehrbuch enthält natürlich viele weitere sehr interessante Beiträge rund um Systemische Supervision in den verschiedenen Kontexten. Es ist in allen üblichen Verkaufsstellen erhältlich. (Unbezahlte Werbung)

Systemische Strukturaufstellung als Supervisionstool

Supervision nehmen wir immer dann, wenn wir mehr Klarheit in der Zusammenarbeit mit Klient*innen benötigen, wenn wir merken, es geht nicht mehr voran, der Prozess stagniert, wir erleben uns selbst als Therapeut*innen, Coaches oder Berater*innen möglicher Weise als nicht mehr hilfreich oder benötigen einfach neue Impulse durch andere, die von außen mit auf das System und den Prozess blicken.

Vielleicht möchtest du dich aber auch beruflich verändern, fühlst dich nicht mehr wohl in deinem Team, erlebst schwierige Situationen und Stress bei der Arbeit und möchtest diese Situation näher beleuchten. Auch dann kann Supervision sehr hilfreich sein.

In einem halbtägigen Supervisionsworkshop biete ich für alle Kolleg*innen, die im weitesten Sinne im psychosozialen Bereich tätig sind und mit Klient*innen arbeiten eine besondere Form der Fallsupervision an. Auch andere eigene berufliche Themen sind willkommen. Es besteht die Möglichkeit das Klientensystem oder andere Strukturen der Zusammenarbeit mit den Klienten aufzustellen und darüber Klarheit über den Istzustand zu erlangen, ggf Blockade, Hindernisse o.ä. aufzudecken und deren Funktion zu verstehen, sowie eine mögliche Lösung zu entwickeln.

Auch bietet der Workshop die Möglichkeit die Systemische Aufstellungsarbeit kennenzulernen und zu erleben. Meiner Arbeit zugrunde liegt das in den letzten 30 Jahren von Prof. Dr. Matthias Varga von Khibed und Insa Sparrer entwickelte Verfahren der Systemischen Strukturaufstellung.

Bei der Systemischen Strukturaufstellung wird die sogenannte transverbale Sprache genutzt, die das Verbale, das Nonverbale und auch das, was zwischen den Systemelementen besteht. Durch das Aufstellen von Personen, aber auch abstrakten Begriffen, Zielen, Hindernissen, Werten, Gefühlen usw., die durch Stellvertreter*innen repräsentiert werden, können neue Erfahrungen gemacht werden und Erkenntnisse gewonnen werden. Daurch kann Entwicklung ermöglicht werden, indem durch Veränderungen des Aufstellungsbildes neue Lösungen entstehen können.

Der Supervisionsworkshop mit systemischer Aufstellungsarbeit findet am Samstag, den 11.06.2022 von 10 bis 15 Uhr mit einer Mittagspause im Seminarraum der Praxis Weiße Villa in Hilden statt. Die Teilnehmer*innenanzahl liegt bei 6-10 Personen. Dabei gibt es für drei bis vier Personen die Möglichkeit ein Supervisionsanliegen aufzustellen und zu bearbeiten. Die anderen Teilnehmer*innen stehen als mögliche Repräsentant*innen zur Verfügung und haben die Möglichkeit die Methode kennenzulernen und zu erleben. Der Workshop wird zudem eine kurze theoretische Einführung in die Methode beinhalten.

Kosten: Für Teilnermer*innen mit Supervisionsanliegen inklusive eines Vorgesprächs 150€; für Teilnehmer*innen, die sich als Repräsentant*innen zur Verfügung stellen 50€.

Anmeldungen sind bis zum 4.6.2022 möglich. Der Workshop findet ab einer Teilnehmer*innenanzahl von 6 Personen statt, davon sollten mindestens zwei ein Supervisionsanliegen aufstellen.

Mögliche weiterführende Literatur:

Kleve,H. (2014).Arbeit mit Skulpturen und Aufstellungen. In T. Levold & M. Wirsching (Hrsg.),Systemische Therapie und Beratung. Das große Lehrbuch (S.234-240). Heidelberg:Carl-Auer.

Varga von Khibed, M. & Sparrer, I. (2016). Ganz im Gegenteil. Tetralemmaarbeit und andere Grundformen Systemischer Strukturaufstellungen – für Querdenker und solche, die es werden wollen. Heidelberg: Carl-Auer.

Angebot Systemische Supervision

….manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr…

Systemische Supervision findet bezogen auf die eigene Rolle im Arbeitskontext statt. Die/der Supervisor*in hat die Aufgabe eine Perspektive von außen einzubringen. Das heißt sie/er ist nicht Teil des Systems, nicht Teil des Teams oder des Berater-Klienten-Systems. Aufgabe von Supervision ist es, mit unterschiedlichen Methoden der/dem Supervisand*in zu ermöglichen eine neue, andere Perspektive auf den Fall oder die Kommunikation mit den Kolleg*innen einzunehmen. Dabei ist immer wichtig, dass der Auftrag des/der Supervisand*in klar formuliert wird und im Verlauf von beiden Seiten überprüft wird. Die systemische Haltung der Supervision beinhaltet, dass die/der Supervisor*in die/der Expert*in für die Methode ist und die/der Supervisand*in für den Inhalt der Lösung.

Fallsupervision gilt insbesondere in klinischen oder psychosozialen Berufskontexten als Qualitätsmerkmal und auch als Qualitätssicherung, da es darauf ankommt sich selbst im Arbeitsprozess mit anderen zu reflektieren. Dies kann leichter mit einer Person von außen gelingen, die Abstand zum Fall und zu den Kolleg*innen hat und nicht Teil der Organisation ist, in der die/der Supervisand*in tätig ist. So kann eine Supervision oft dazu führen, mehr Klarheit, neue Ideen oder eine neue Handlungsstrategie in dem jeweiligen Fall zu gewinnen. Fallsupervision kann einzeln oder in einer Gruppe stattfinden. In der Gruppe können die Ressourcen und Ideen, sowie Perspektiven der anderen Teilnehmer mit einbezogen werden und können so zusätzlichen Input bringen.

Teamsupervision dient dazu die Arbeitsbeziehungen und Kommunikation untereinander aufzuzeigen, zu reflektieren und, wenn gewünscht, auch zu verändern. Hier ist wichtig, dass der Auftrag von allen Mitgliedern des Teams besteht. Auch im Team kann Fallsupervision stattfinden, immer dann, wenn mehrere Kollegen in unterschiedlichen Funktionen mit der/dem Klient*in zu tun haben; das kann in Kliniken, Jugendhilfeeinrichtungen, in Schulen, Kitas, Altersheimen und vielen anderen Einrichtungen der Fall sein.

Man kann auch Einzelsupervision nehmen, wenn man seine eigene Rolle im Team, in der Organisation beleuchten möchte, einen Veränderungswunsch hat, weil man sich nicht mehr wohlfühlt, oder sich beruflich gar ganz verändern möchte. Supervision und Coaching haben in diesem Fall große Überschneidungen. Beide Methoden arbeiten hier mit einer Person, die ein gewisses (berufliches) Ziel erreichen möchte.

Mir macht die Arbeit als Supervisorin in allen Facetten große Freude und ich freue mich auf neue Aufträge. Als Supervisorin arbeite ich aufsuchend, in den Räumen der Praxis „Weiße Villa“ oder auch gern online. Bei Interesse, melden Sie sich gern.